Das Drama vom Haus(ver)kauf

Ja die lieben Pläne! 2012 habe ich mit dem Papa der Rasselbande entschieden, dass so ein kleines Häusschen mit “Potenzial” doch irgendwie ne schlaue Sache wäre! Gesagt getan! Nach kurzer Suche haben wir unser kleines Hexenhäusschen mit Scheune gefunden. Die Planung sah vor die Scheune auszubauen und an das Haupthaus anzuschließen. Es folgte verdammt viel Planung und Gespräche mit Banken. Schön das wir die Erfahrungen dann 2014 wieder nutzen durften, nachdem die frohe Kunde der Zwillinge kam 😉

Und meine geballten Erfahrungen aus den vergangenen 4 Jahren Hauskauf, Hausverkauf, erneuter Hauskauf, Banken und die lieben Makler möchte ich Euch heute verraten und ich hoffe dem ein oder anderen vielleicht die ein oder andere Panne im Vorfeld nehmen zu können! Durch das Wirrwarr: Was ist der Unterschied zwischen Zins und Tilgung, Sollzinsbindung, wie viel Eigenkapital benötige ich, Haushaltsrechnung etc. müsst Ihr Euch leider alleine durcharbeiten. Von mir bekommt ihr vorab nur ein paar praktische Tipps, welche vor der Unternehmung Hauskauf (Hausverkauf) hilfreich sein könnten.

 

  1. Vergleichen, vergleichen, vergleichen und am Ende handeln! Banken, Zinsen, Laufzeiten, Tilgung etc. alles nicht wirklich meine Fachgebiete und auch nicht wirklich für mich reizvolle Themen. Daher wollte ich es mir erst einfach machen und mir “nur” einen sympathischen Finanzberater schnappen, der unabhängig von einzelnen Banken für mich das Beste raus holt! Den Finanzberater hatten wir dann auch, aber da es ja bei einem Hauskauf doch um sehr viel Geld geht bin ich dann doch “etwas” tiefer in das Thema eingestiegen. Ergebnis: Hört Euch verschiedene Banken an! Geht zu Eurer Hausbank, macht einen Termin bei einer Bausparkasse und lasst Euch immer alles von A-Z erklären. Irgendwann könnt Ihr es nicht mehr hören, aber hey es geht um Eure Zukunft! Am Ende vergleicht ihr alle Angebote und wenn Ihr zum Beispiel von Bank X das beste Angebot bekommen habt, Ihr Euch aber bei Eurem Finanzberater am besten aufgehoben fühlt und dieser vielleicht auch ein wenig Papierkram für Euch übernimmt, dann redet mit ihm! Erzählt ihm von dem Angebot und siehe da, ganz häufig ist dann doch immer noch etwas Spielraum! Also merke: Zinsen sind auch bei Banken nicht in Stein gemeiselt!
  2. Oh Schreck der Makler! Leider muss ich sagen, dass der schlechte Ruf der Makler nicht von ungefähr kommt! Hier ein paar Kostproben: Ich “Von wann sind denn die Fenster im Haus?” Makler “Keine Ahnung! Sehen aber gut aus!” Ich “Und das Dach?” Makler “Sieht auch gut aus!” Ich “Kann man in den Anbau reingehen oder ist der Einsturzgefährdet?” Makler “Hhhhmmm naja die Steine sehen ja recht dick aus…” Auch schön ist es, wenn sich der Makler nach Vereinbarung des Notartermins nicht mehr meldet. Leider bekommt man ja mittlerweile so gut wie keine Immobilie mehr ohne Makler. Daher wollten wir diese “unnütze” Person beim Verkauf unseres Haus rauslassen und es auf eigene Faust regeln. Dufte Idee!
    Kurzfassung: Schwanger mit den Zwillingen und der Tochter Zuhause schleuste ich täglich 6 bis 10 Termine durch das Haus und erzählte immer wieder die gleichen Details! Zwischen den Terminen habe ich täglich circa 20 Emails beantwortet und 5 Telefonate getätigt! In dieser Zeit begegneten mir die verschiedensten Menschen! Auch solche Herzen, die trotz nicht angegebener Adresse das Haus gefunden haben und Sonntags vor dem Hoftor auf und ab gehüpft sind, um einen Blick zu erhaschen (kein Scherz! Der Mann der netten Dame hatte sich sogar für den besseren Blick auf sein Auto gestellt). Ihr wollt nicht wissen, welche Beschimpfungen ich mir anhören durfte, als ich ihr daraufhin ein generelles Hausverbot erteilte! Und hier das Ende des “Wir machen das ohne Makler” Dramas: Nach gefühlten hunderten Terminen und zahlreichen “Zusagen” gab es dann wirklich zwei Familien die das Haus um jeden Preis kaufen wollten! Ahhh und beide soooo nett! Die Frau des einen Paars war sogar eine frühere Klassenkameradin vom Papa meiner Rasselbande. Jetzt standen wir auch noch vor der Qual der Wahl (wer uns kennt weiß, dass das für uns beinah unmöglich ist! Wenn wir im Urlaub sind frühstücken wir quasi nie, weil wir uns nicht entscheiden können was wir essen wollen…) Erst wollten wir die Entscheidung danach treffen, wer am schnellsten alle nötigen Unterlagen zusammen hat, um den Termin beim Notar machen zu können. Aber irgendwie haben wohl unsere beiden schwangerschaftsbedingten Hormone zu folgender unfassbar unschlauen Entscheidung geführt: Hey wäre doch voll fies jetzt beiden so viel Arbeit zuzumuten und am Ende sind sie beide gleichzeitig mit allem fertig oder zumindest zeitnah und wir sagen dann einer Familie einfach “ÄTSCH 5 Minuten zu spät!” Neee! Das ist nichts für unser Karma! Gesagt getan und einer Familie abgesagt! Am Ende ist uns die andere Familie 2 Tage vor Notartermin mit fadenscheinigen Gründen abgesprungen. Nicht nur, dass uns durch den geplatzten Hausverkauf unser vermeintliches Traumhaus unter den Fingern anderweitig  verkauft wurde! Durch meine Unwissenheit sind wir auch noch auf über 1.000 € Notarkosten sitzen geblieben. Wieso? Weil ich den vermeintlichen Käufern unseres Hauses angeboten hatte alles mit dem Notar zu regeln (war ja eh zu hause…). Und wer hätte es gedacht, nicht derjenige der den Termin platzen lässt muss zahlen, sondern derjenige der den Termin vereinbart hat! Argh! Ach komm! Deckel drauf! Karma erwischt ALLE!!! IRGENDWANN!!!
    Und jetzt kommt unser “Retter” 😉 Unser super Makler! Gefunden habe ich ihn durch eine alte Schulkameradin, die ist nämlich mit besagten “Retter” verheiratet und ich dachte mir einfach “Irgendwann müssen wir ja auch mal jemand kompetenten erwischen”! Und das haben wir! Unser Haus (ach ja zwischendurch war auch noch ein anderes Mama/Tochter Makler-Duo am Hauskauf dran. Die beiden süßen bodenständigen Fräuleins habe aber in drei Monaten genau 3 Besichtigungen zustande gebracht. Mangels Interesse am Haus versteht sich!) Unser super Makler hatte unser Haus in sage und schreibe 2 Wochen verkauft BÄÄÄHM!!! Und wir haben in der Zeit unser absolutes mega Traumhaus gefunden! Das Haus was einfach auf uns gewartet hatte! Ende gut alles gut! Hoffe ich 😉
    Aber wer keinen Makler im Bekanntenkreis hat, hier kommt meine Checkliste für den “guten” Makler:
    1. Guckt Euch an wie gut der Makler organisiert ist! Wie sehen seine Unterlagen aus? Kann er Eure Fragen gut beantworten.
    2. Seit ehrlich zu Euch selbst! Lasst Euer Haus bewerten und achtet darauf, dass er Euch nicht das blaue vom Himmel verspricht, sondern eine reale Einwertung macht! Auch wenn die Hauspreise aktuell recht utopisch hoch sind, irgendwo gibt es eine Grenze und das kleine 80 qm Haus am Rand von Nirgendwo wird keine Millionen bringen. Ein Makler, der ehrlich ist mit den Zahlen, ist ein guter Makler oder so ähnlich…
    3. Ein Makler muss natürlich auch verkaufen können! Geht der Makler ohne ein Wort einfach hinter den Interessenten her könnt Ihr Euch direkt einen neuen Suchen! Wir waren bei den ersten beiden Besichtigungen mit dem neuen Makler dabei und ich hätte unser altes Haus beinah noch mal gekauft! 😉 Nichts beschönigt, nichts Falsches erzählt, aber die schönen Dingen verdammt gut präsentiert!
    4. Der erste Eindruck zählt! Ja irgendwie hatten wir es uns schon gedacht, aber trotzdem ignoriert. Wenn man ein Haus verkauft, hat man ja auch schon irgendwie damit abgeschlossen und möchte nicht mehr allzu viel investieren. Aber wenn der Flur zum Beispiel noch gar nicht gestrichen ist, oder das Laminat ein altes hässliches ist, dann ist der erste Eindruck echt bescheiden. Daher glaubt dem Makler, wenn er Euch ein paar Aufhübsch-Arbeiten vorschlägt! Sobald jemand den ersten Fehler (und sei es nur ein Schönheitsfehler) entdeckt hat, geht er mit der Suche nach weiteren Fehlern durchs Haus!

Ich wünsche Euch viel Glück & gute Nerven!

 

Eure Nina

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