Der ernüchternde Lauf des Party-Lebens

Juhuhuhh! Heute habe ich meinen ersten Gastbeitrag auf dem Blog 😉

Ich kann Agnes Worte auf jeden Fall sehr gut nachvollziehen und gehe das Risiko eines fiesen Katers schon gar nicht mehr ein…Langweilig? Ein bisschen vielleicht! 😉 Aber hey, ich komme wieder! IRGENDWANN!

Und jetzt zu meiner Gastautorin. Agnes Seipp ist früh und spät Mutter geworden – jetzt sind ihre Söhne 6 und 22 Jahre alt. “Die Vorstellung, mit 38 kinderfreie Urlaube auf den Malediven machen zu können, hat mir der kleine Nachzügler vermasselt, aber, klar, jetzt bin ich froh, ihn zu haben. Die Malediven werden eh überbewertet.” Agnes ist freie Texterin und schreibt redaktionelle Beiträge zum Thema Reisen, Kinder, Erziehung, Freizeit für verschiedene Medien. Sie lebt mit Mann und Sohn in Wiesbaden.

Die Zeit für wilde Partys ist vorbei

Mit Mitte 20 ist die beste Zeit für wilde Partys: der Körper top fit, die Lust, sich die Nächte um die Ohren zu hauen, ungebrochen, der Hunger nach Selbstdarstellung, nach Sehen und Gesehen werden, nach heißen Frauen oder tollen Typen am größten.

4 Clubs in 6 Stunden – kein Problem. Man kennt die Türsteher, steht im besten Fall auf den Einladungslisten der angesagten Disco, man hat eine Clique und feiert zusammen, bis der Morgen graut.

Geburtstage sind cool, es wird hinein- und herausgefeiert, die Musik laut, man selbst betrunken, Rock `n`Roll. Durcheinander trinken ist kein Problem, sondern lustig.

Am nächsten Morgen steht man auf und geht zur Uni. Oder bleibt liegen, auch egal. Mittags ist man fit, nachmittags verabredet man sich für den gleichen Abend, weil´s gestern so schön war. Vor 22 Uhr trifft man sich nicht, ist ja nix los, dafür kommt man auch nicht vor 4 nach Hause.

Dann, irgendwann, hat man einen ersten Job und will alles richtig machen. Zu Hause wartet Schatzi auf dem Sofa in der gemütlichen, ersten gemeinsamen Wohnung. Man trifft sich abends auf einen Wein oder macht reihum zu Hause Mädelsabend mit Cocktails. Ab 23:00, während Mittzwanziger langsam die Location fluten, sagt man Sätze wie: „ich muss morgen früh raus“, schaut entschuldigend in die Runde und ruft sich ein Taxi, froh, nur einen Cocktail getrunken zu haben. Das Wochenende gehört Schatzi, man geht zu Ikea, macht einen Städtetrip oder besucht die Schwiegereltern.

Hat man sich doch breitschlagen lassen und sich bis 4 Uhr morgens gehen lassen, quält einen am nächsten Morgen nicht nur das schlechte Gewissen. Der Magen rebelliert, man ist nichts mehr gewohnt, Alkoholkonsum muss trainiert werden wie die Kondition, vielleicht ist die Leber ein Muskel? Die Augenringe sehen schlimm aus, sind die Schwellungen im Gesicht eigentlich normal? Mittags ist man fix und alle und um 19 Uhr verzieht man sich mit etwas Zwieback und einem Buch ins Bett, um sofort komatös ein zu schlafen und dem Körper die Ruhe zu gönnen, nach der er sich sehnt.

Es wird noch schlimmer. Nochmal ein paar Jahre später sind Kinder da. Wer einmal mit einem Kater am Morgen nach einer durchzechten Nacht von lautem Indianergebrüll aufgeweckt wurde, direkt Toast mit Mortadella servieren musst (Mama, ich will Bärchenwurst) und dann den Vormittag mit Kinderliedern und Kneten verbracht hat, weiß, wie sich Hölle anfühlen muss. Zwischendurch sagt die 3jährige Sätze wie: Mama, wieso stinkst du so aus dem Mund? und der Gatte, der gestern Abend gebabysittet hat, schaut einen vorwurfsvoll an.

Wer einen solchen „Morgen danach“ erlebt hat, ist für eine lange Zeit kuriert.

Ich hab es ja gesagt: mit Anfang 20 ist die beste Zeit für wilde Partys.

  6 comments for “Der ernüchternde Lauf des Party-Lebens

  1. Agnes
    September 19, 2016 at 6:37 pm

    Liebe Nina,
    ganz, ganz lieben Dank, dass ich dein erster Gastkommentar sein durfte! Du hast so einen tollen BLOG auf die Beine gestellt und das “trotz” 3 plus 2. Ich freue mich, dass wir uns damals durch die Schneehose kennengelernt haben.
    Liebe Grüße aus der alten Heimat, Agnes

    • DreiPlus2
      September 20, 2016 at 11:17 am

      Sehr sehr gerne liebe Agnes! Es war mir eine Freude 😉

  2. Nic
    September 20, 2016 at 6:09 am

    Ja. Ich kenne diese Stories. Und Nein: ist kicht bei allen so. Ich bin 32 Mama geworden, damals in Führungsposition und wg. Schwangerschaft rausgemobbt. Dann zum Glück selbständig mit Kind weitergemacht. Bin mit Baby ins Büro und auf Feste. Geht vielleicht nicht im Nachtclub, aber auf Open-Air-Veranstaltungen und in rauchfreie Kneipen. 6,5 Jahre später kamen die Zwillinge, da wurde es schon schwer. Der große Kinderwagen ist nicht unbedingt kneipentauglich und die geringe Verfügbarkeit in der Schwangerschaft ist geschäftlich ein Desaster. Aber spätestens mit 3 Kindern über 3 entspannt sich das wieder. Auch beim Weggehen. Wir wohnen jetzt in einem feierfreudigen Dorf mit vielen Hoffest en und Open Air. Da nehmen alle ihre Kids einfach bis Mitternacht mit. Man muss das Leben nicht komplett ändern weil man Kinder hat, es ist oft ein Kompromiss, aber man kann auch als Eltern sein Recht auf Spass einfordern.

    • DreiPlus2
      September 20, 2016 at 11:16 am

      auf jeden Fall haben wir alle das Recht auf Spaß 😉

    • Agnes
      September 20, 2016 at 6:31 pm

      Liebe Nic, danke für deinen Kommentar! Ich hab´s auch so gemacht, dass ich weitestgehend versucht habe, meinen Sohn mit zu nehmen. Gott sei Dank schliefen meine beiden Jungs immer und überall 🙂 Ich hoffe, das Lesen hat dir Spaß gemacht. Schlafen deine Kids denn irgendwann auf den Hoffesten ein oder halten sie durch?

      • Nic
        September 20, 2016 at 8:35 pm

        Das war unterschiedlich. Der große hat immer und überall geschlafen: im Restaurant unterm Tisch, in einer Ecke vom FestzEltern auf einer Jacke… Die Zwillinge haben eher durchgehalten. Ich konnte sie aber problemlos nachts nach Hause bringen, hinlegen und wieder gehen. Im Grundschulalter hat es super geklappt, einfach zu gehen und die Kleinen sind zur abgemachten Zeit ins Bett gegangen. Bei drei Kindern hat man einfach mehr Disziplin im Stall und die Kids sind nie allein im Haus. Das beruhigt sehr.

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