Game Over an Weihnachten

Seit Wochen spielt in meinen Kopf immer wieder folgender Satz „Du musst endlich mal wieder etwas schreiben!!!“ Und gleichzeitig laufen so viele To Do’s in meinem Kopf, dass ich kurz vor dem Wahnsinn bin. Also dachte ich mir „Hey Weihnachten liefert bestimmt genügend Stoff für gute Geschichten. Die schreiben sich dann quasi von allein!” Ich dachte dabei aber eher an eine Hitliste der Geschenke oder Raclette mit Kleindkindern oder oder oder… Ich dachte nicht daran über einen wahr gewordenen Albtraum, katzengleiche Reflexe und verschobene Weihnachten schreiben zu müssen.

Unsere Planung sah einen klassischen besinnlichen Heiligabend zu fünft mit Raclette und vielen Geschichten vor, am 1. Weihnachtsfeiertag sollte es dann die erste Familientour geben und am 2. Weihnachtsfeiertag sollte die große Weihnachtsfete bei uns steigen. Umgesetzt von unseren Plänen haben wir NICHTS!

Am 24. nahm das Übel seinen Lauf. Lisa klagte schon den ganzen Tag über Bauchschmerzen und gegen Nachmittag begann hier der Marathon über dem Klo. Bescherung und Essen wurden dann im Zeitraffer gemacht und ich hatte immer eine Notfall-Schüssel in Reichweite, die gefühlte 100x zum Einsatz kam. Ich habe keine Ahnung wie oft ich Lisa an diesem Tag und in der folgenden Nacht umgezogen habe oder wie oft ich aus dem Tiefschlaf hoch geschreckt bin, um die Schüssel zu reichen… Ich bin jetzt übrigens Meisterin im Schüssel hinhalten und gleichzeitigem Haare halten… Wollte ich NIE werden!

Der 1. Weihnachtsfeiertag war dann zum auskurieren da und wir haben die große Weihnachtsfete für den nächsten Tag vorbereitet… Wir waren echt frohen Mutes, dass alles gut wird! Man muss dazu sagen, dass wir gebrannte Kinder sind. Weihnachten 2014 verbrachten wir in der Kinderklinik mit Lisa und Weihnachten 2015 hatten wir zumindest den Heiligabend bevor Lisa und Lasse krank wurden.

In der Nacht auf den 2. Weihnachtsfeiertag erwischte es dann mich. Ich erspare euch die Details! Nur so viel sei gesagt: Ich habe nach Weihnachten weniger gewogen wie vorher… Als am nächsten morgen (ich torkelte gerade wieder von der Toilette runter) das Babyphone anging meinte Henrik „Entspann Dich! Ich mach das und Du kurierst Dich aus!“ Steht auf, läuft Richtung Tür, dreht sich um und sagt „Oh…das wird nichts!“ und eilt Richtung Toilette! GAME OVER!!!

Bei mir ging NICHTS und bei Henrik ging noch weniger! Ich habe dann einen Notruf an die Familie abgesetzt, dass wir Hilfe brauchen und ich habe keine Ahnung was wir getan hätten, wenn meine kleine Schwester nicht die Kids zusammen mit ihrem Freund abgeholt hätte! Die beiden waren in diesem Augenblick wirklich Lebensretter für uns!

Wir verbrachten also den ganzen Tag dahinsiechend im Bett oder auf dem Klo und als abends die Kinder gebracht wurde, waren wir immer noch weit weg von einem Normalzustand. Aber wir dachten uns, dass wir jetzt noch mal kurz die Zähne zusammen beißen und dann die Kids ja schlafen… Leider war das ein großer Irrtum! Meine Schwester war keine 5 Minuten aus der Tür raus als Lasse in seinem Bett anfing sich zu übergeben. Das war dann auch der Augenblick als mir kurz die Tränen kamen. Aber man wird es kaum glauben, binnen Sekunden haben Henrik und ich hochgefahren und haben wie ein Uhrwerk funktioniert! Ich habe dann die ganze Nacht mit der mir mittlerweile sehr bekannten Schüssel im Anschlag neben Lasse verbracht und zahlreiche Male das Bett bezogen, Handtücher ausgelegt und natürlich immer wieder den armen weinenden Lasse beruhigt, der die Welt gar nicht mehr verstand und nicht wusste, was da genau mit ihm gerade passiert.

Wir haben die Nacht überlebt! Auch wenn ich einmal dem armen Lasse die Schüssel versehentlich recht heftig gegen den Kopf gehauen habe…Da war ich vielleicht etwas übereifrig gepaart mit hundemüde…

Nach 5 Maschinen Wäsche, die ihren Duft im Haus verteilt haben, weit geöffneten Fenstern machte sich dann tatsächlich ein absolutes Hochgefühl am nächsten Tag breit! Die unendliche Freude darüber es geschafft zu haben und das es tatsächlich allen wieder relativ gut ging! Dieses Hochgefühl hat auch auf wundersame Weise die Müdigkeit, die durch drei quasi nicht geschlafenen Nächte entstanden ist, vertrieben! Ach und Bosse hat es als einziger irgendwie geschafft gesund zu bleiben!

Und hey nächste Woche feiern wir dann auch endlich Weihnachten mit der ganzen Familie 😉 Ho Ho Ho

  8 comments for “Game Over an Weihnachten

  1. Januar 9, 2017 at 7:08 pm

    Oh man, ich fühle mit euch.

    Über Weihnachten hat es aber verdammt viele erwischt mich auch. Aber zum Glück nur eine Männergrippe 😀

    Ich hatte aber auch den perfekten Redaktionsplan für die Feiertage und habe genau 0 geschafft, weil ich mich selbst im Bett bemitleidet habe 🙂

    Viel Spaß bei eurer Neujahrsweihnachtsfeier!

    • DreiPlus2
      Januar 9, 2017 at 7:11 pm

      Vielen lieben Dank! 😉

  2. Januar 9, 2017 at 7:26 pm

    Oh je
    Ich fühle mit dir. Bei uns stand Weihnachten auch unter einem schlechten Stern. Aber wie durch ein Wunder waren dann an heilig Abend alle gesund. Denn zwei hatte es erst gar nicht erwischt
    Ich wünsche euch ein schönes Nachfeiern

    • DreiPlus2
      Januar 9, 2017 at 7:28 pm

      Danke! 😉

  3. Raminala
    Januar 9, 2017 at 7:33 pm

    Oje, das war dann Weihnachten mal anders. Ich hoffe der nächste Versuch nachzufeiern klappt ohne Problem.

    • DreiPlus2
      Januar 9, 2017 at 7:39 pm

      Das hoffe ich auch 😉 Wird schon!

  4. Januar 10, 2017 at 8:36 am

    Ach du liebe Zeit! Was ein Alptraum! Ich kenne allerdings das Hoch-Gefühl, wenn man dann wieder halbwegs fit ist. Da weiß man Gesundheit wieder richtig zu schätzen. Ihr habt´s überstanden. Dann ein gesundes und fröhliches Jahr! 🙂

  5. Agnes
    Januar 10, 2017 at 6:45 pm

    Hallo an Alle, uns hat es 3 Tage nach Weihnachten erwischt. 1 Tag vor Urlaubsantritt haben wir unseren gesunden Sohn zwangsweise und über Nacht evakuiert und mein Mann und ich haben den Tag in Bad und Bett verbracht. Nachdem unser – gesundes – Kind 1 Stunde im Auto geschlafen hatte, auf dem Weg in den Skiurlaub und kurz vor Würzburg, wachte es auf und schoss im Auto einen schönen Strahl ab, einmal über sich selbst und Sprenkel über alles, was in unmittelbarer Nähe war. Wir haben es dank meines Sohnes und dessen Freundin, die hinten saßen und sich aufopferungsvoll gekümmert haben, dann nach etwa 10 Ziwschenstopps, genau so vielen vollgemachten Kotztüten und leicht geöffnetem Autofenster gegen 22 Uhr ins Hotel geschafft.
    Im Hotel war das Kind komplett entleert und bester Laune und am nächsten Tag wollte es bereits Skifahren. Mein Mann und ich waren noch an Silvester nicht topfit. 🙂 Ich habe festgestellt, dass die Kleinen sowas super wegstecken. Je älter man wird, desto ätzender ist es. An Weihnachten natürlich furchtbar und deshalb wünsche ich euch ein schönes, nachgeholtes Fest! Allen, die es gerade haben: gute Besserung!

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